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Verband Deutscher Haarchirurgen


Operationstechniken im Empfängerbereich
(Geheimratsecken, Oberkopf, kleine Tonsur)

Zunächst wird mit dem Patienten das zu behandelnde Gebiet, zum Beispiel der gewünschte Haaransatz besprochen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass fortschreitender Haarausfall mit dem Zurückweichen der Stirnhaargrenze einhergehen kann und deshalb mehrere Transplantationen erforderlich werden können. Ein zu tiefer Haaransatz ist zu vermeiden, da sich mit zunehmendem Alter ein höherer Haaransatz ausbildet.

Auch die Größe des Spendergebietes im Hinterkopfbereich, wo Haare auch bei ausgeprägter Glatzenbildung in der Regel nicht ausfallen muss dies bei der Operationsplanung berücksichtigt werden. Das ist der limitierende Faktor für folgende Haartransplantationen.

Das Empfängerbett wird mit örtlicher Betäubung vorbereitet, so dass der Eingriff in völliger Schmerzfreiheit erfolgt. Zunächst werden die oberflächlich verlaufenden sensiblen Kopfhautnerven blockiert. Zusätzlich werden Substanzen verwendet, die starke Blutungen oder Schwellungen minimieren. Die Kopfhaut wird so vorbereitet, dass später das Anbringen der Transplantationskanäle und die Transplantation selbst unter optimalen Bedingungen vonstatten geht.

Die Transplantate (follicular units, Minigrafts, Mikrografts) werden von speziell ausgebildeten Assistenten und Schwestern vorbereitet und in einer gekühlten Nährlösung aufbewahrt. Nach Desinfektion der Empfängerstelle wird in halbsitzender Position mit dem Setzen der Öffnungen zur Aufnahme der Transplantate begonnen. Bei der "Slittechnik" (Schlitztechnik, Punktiertechnik) werden mit Miniskalpellen kleinste Schlitze (Inzisionen) im Empfängerareal gesetzt. Die "Holestechnik" (Lochtechnik) bedient sich eines speziellen Mikrohohlbohrers (ähnlich wie beim Zahnarzt) um für die Aufnahme der Transplantate kleinste Kanäle zu schaffen.

Die Haarwuchsrichtung wird berücksichtigt, indem die Transplantationskanäle exakt parallel zwischen noch bestehende Haare gesetzt werden. Haaransatz und selbst Haarwirbel am Hinterkopf lassen sich so wieder herstellen.

Die Verwendung von Lasergeräten wurde wegen der dabei beobachteten Komplikationen von den meisten Operateuren wieder verlassen, da sie im Vergleich zu den bekannten Techniken keine Verbesserung darstellte.

Um am Stirnhaaransatz ein möglichst natürliches Erscheinungsbild zu erreichen, ist die Verwendung von möglichst vielen Grafts, die nur 1-2 Haare enthalten, von großer Wichtigkeit. Die Transplantate werden vorsichtig mit einer mikrochirurgischen Pinzette in die Öffnungen eingebracht.

Am Ende der Operation werden die Haare hinsichtlich Tiefe und Haarrichtung inspiziert. Ein Verband ist in der Regel nicht erforderlich. Der behandelte Bereich verkrustet etwas in den Tagen nach der Transplantation. Eine leichte Kopfbedeckung kann getragen werden. Schon nach wenigen Tagen kann mit der normalen Haarwäsche begonnen werden, so dass sich die Krusten nach und nach lösen und nach 7-12 Tagen abgefallen sind.

Spezielle Verhaltenshinweise erhalten Sie vom behandelnden Arzt, da dieser Ihre persönliche Situation am besten beurteilen kann und die Verhaltensregeln auf Sie abstimmt.

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